StadtAA/00471/AUS/1319 November 2 Die Stadt Augsburg schließt einen dreijährigen Frieden mit dem Adel und den Städten, welche zu Österreich hielten., 02.11.1319 (Archivalieneinheit)

Archivplan-Kontext


Angaben zur Identifikation

Institution:Stadtarchiv Augsburg
Bestand:Allgemeines Urkundenselekt (AUS) - Ältere Reihe (bis 1806)
Signatur:StadtAA/00471/AUS/1319 November 2
Titel:Die Stadt Augsburg schließt einen dreijährigen Frieden mit dem Adel und den Städten, welche zu Österreich hielten.
Entstehungszeitraum:02.11.1319
Originaldatierung:Diu taedinch sint geschehen und ist der brief gegeben ze Auspurch, do man zalt von Cristes geburte driuzehen hundert jar und in dem niwenzehenden jar, an aller seien tag
Stufe:Archivalieneinheit
Archivalienart:Urkunde

Angaben zu Inhalt und Struktur

Regest:Die Stadt Augsburg schließt einen dreijährigen Frieden mit dem Adel und den Städten, welche zu Österreich hielten.
Originaltext:Wir graf Chu/o/nrat von Kirchberch, graf Wilhelm von Montfort, lantvogt in obern Swaben, graf Wolfrat von Veringen, Berhtolt von Aichein, Hainrich der Frazze, Swigger von Mindelberch, Marquart von Schellenberch und Burchart von Elirbach, phlegaer ze Burgawe, und Diepolt der Gusse von Liphain, Hainrich der amman und die burger ze Ulme, der amman und die burger ze Maemmingen, der amman und die burger ze Kemptun, der amman und die burger ze Buren tv/e/n kunt allen den die disen brief lesent, ho/e/rent oder sehent, daz wir haben an gesehen, daz land und liv/e/t verdorben sint und noch verderben mohten von dez krieges wegen, den wir gehabt haben gegen der stat ze Auspurch. Darumb sien wir uber ein komen, daz wir ain getriw stallunge und ainen getriwen frid gelobt haben zu/o/ den ersamen wisen liv/e/ten, den ratgeben und der gemaind der stat ze Auspurch, also daz alle liv/e/t die zu/o/ dem gedigen der stat ze Auspurch gehoerent, ez sien cloester, phaphen oder layen, swie si gehaizzen sint, si sien gesezzen in steten, in maergten, in burgen, in dorfern oder in wilaeren, sicher sulen sin an lib und an gu/o/t, swa si wandeln, in Swaben land, in Styer und in Oesterrich und in Baiern, uf wazzer und uf land, vor allen Swaben und vor allen den die unsers herren kunich Frideriches tayl sint, alle die wil diu stallung und der frid wert; und sol aller maenclich die von Baiern sint und der fiend sint, die zu/o/ der stat tragent oder fu/e/rent, so si hin in varent oder her wider uz, zewischen dem zolhus und der stat und in dem zolhus, swenne sie dar in koment, und zewischen Lechhusen und der stat und in dem selben dorf frid haben und sicher sin ir lib und ir gu/o/t alle die wil diu stallung und der frid wert; und sol der frid und diu stallung weren und staet beliben von hinnan hinze sant Martins tag, der nu schierst kumt, und dar nach uber driu jar, und sol noch enmak hinnan dar, daz ist biz nu von sant Martins tag uber driu jar, disen frid niemen weder wir noch die vorgenanten burger von Auspurch wider bieten. Swenne auch diu frist uz kumt, wo/e/lten wir denne den frid wider bieten, dez sulen wir gewalt haben, swenne wir darnach wellen. Und swenne wir den frid wider bieten, so sol ez von dem tag und der frid widerboten wirt ainen gantzen manod dannoch ain gantzer und staeter frid sin. Und so diu selben driu jar uz choment, so sol disen frid und dise stallung unserhalp niemen wider bieten wan ich vorgenannter Burchart von Elirbach oder swer denne phleger ze Burgaw ist, und enhalp niemen wan der rat und diu gemaynd ze Auspurch mit irre stet insigel. Und alle die wil der frid wert, so sulen aelliu gelaitte und zolle, die zewischen Auspurch und Ulme und zewischen Auspurch und Maemmingen und zewischen Auspurch und Buren, die in dem krieg uf gesetzet sint, durhnaehticlich und gaentzlich ab sin. Ez ist auch getaedinget umb die fridschaetz, die von baiden taylen uf diu do/e/rfer gelaet sint, swaz des gu/o/tes geben ist daz sol verloren sin, swaz sin noch in burgscheft ist oder in gelubde ane burgschaft, daz sol stille stan uf den frid, und sol daz niemen vordern die wil der frid wert. Und wurde der frid gelengert, so sol ez aber stille stan uf den frid. Sprichet aber ain burge, daz er daz gu/o/t gegeben haet für den selbscholen, daz sol er von dem in gewinnen mit rehter clag und rehtem geriht vor dez selbscholen richter, und sol im anders darumb enhainen gewalt tu/o/n. Swelhiu dorfer auch niht bedinget sint, die sol niemen bedingen noch beschatzen alle die wil dirre frid wert. Wolt aber iemen die vorgenanten burger von Auspurch oder swer si an geho/e/rt phenden ane reht oder ane clag, daz sol man wenden und understan alle die wil der frid wert: und swer die pfandung daruber taet, daz sol rehter raup haizzen, und sol man hinz dem rihten als hinz ainem rauber. Ez ist auch getaedinget, swaz vest gebrochen sint in disem krieg, die sol niemen hin wider bouwen, noch enhain niuwe vest bouwen osterhalp der Mindel, alle die wil der frit wert, ane den margt ze Mindelhain, den mag man wol hin wider bouwen. Waer auch daz iemen den andern sines gu/o/tes entwert haet und sich dez ane reht underzogen haet uf dem land in disem krieg, swez diu gu/o/t waeren, der sol sich der wider underziehen und sol diu berv/e/beclich haben die wil der frid wert, und sol in daran niemen irren. Swaz auch vihes in disem krieg vor den friden von baiden taylen genomen ist, in swez gewalt daz komen ist, er hab ez gekaufet oder niht, daz sol im beliben, und sol in darumb niemen ansprechen. Den vorgenanten frid und die stallung haben wir also gesichert und gestaetet, daz wir die vorgenanten herren, graf Chu/o/nrat von Kirchberch, graf Wilhelm von Montfort, lantvogt in obern Swaben, graf Wolfrat von Veringen, Berhtolt von Aichein, Hainrich der Frauzz, Swigger von Mindelberch, Marquart von Schellenberch und Burchart von Elir- bach, phleger ze Burgawe, und Dyepolt der Gusse von Liphain, und die vorgenanten burger von Ulme, von Maeinmingen, von Kemptun und von Bv/e/ren gelobt haben, swer kunich Frideriches tayles wer in Swaben, der den frid braech und uberfv/e/r mit raub, mit brand, mit vahen, mit phandung, oder mit schadigen die liv/e/t an lib oder an gu/o/t swaz zu/o/ dem gedigen ze Auspurch geho/e/rt, swa si gesezzen sint, da sulen wir alle als wir da vor benennet sin, herren und stet, an ander beholfen sin ane alle gefaerd, daz ez wider tan und gebezzert werd als ernstlich als ob ez uns selben widervaren waer. Waer aber daz den burgeren von Auspurch oder swer zu/o/ irre stat geho/e/rt, als davor geschriben stat, oder iren liv/e/ten, swa si gesezzen sint, und swer zu/o/ dem frid geho/e/rt, ihtsit genomen wurde von vihe oder von anderem gu/o/t, swie daz gehaizzen ist, die will der frid wert, swenne man dem der ez getan hat der stat brief darumb sendet, wil er ez niht wider geben und spricht, ez si dez niht, der sich sin da an nimet, so sol er riten ze Auspurch in die stat oder dar senden sinen gewissen boten und sol da ainen man nemen uz den ratgeben swelhen er wil, oder will er, so sol er amen usman nehmen, und sol der clager dem der schad geschehen ist auch ainen uz den ratgeben nemen swen er wil, und sulen denne die ratgeben von dem rat den dritten man darzu/o/ geben, und sulen denne die drie daruber ain reht sprechen, und swaz die ertailent daz sol baidenthalp staet beliben. Wolt aber der uzman oder sin bot dez rehten niht hinder die drie gan und daz in waeger duht, daz er daz reht tu/o/n und nemen wolt vor den vierundzwainzig ratgeben, so sol er ez da tu/o/n und nemen, und sol auch er dez selben die wal haben. Wolt aber der usman der den schaden getan hat daz also wideren oder wo/e/lt in die stat niht komen, so sol man ez haben für ainen raup, und sulen wir die vorgenanten herren und stet darzu/o/ tu/o/n, daz es wider tan wert und gebezzert als da vorgeschriben stat. Und sol auch der der den schaden getan hat und swer mit im ritet in die stat ze Auspurch uz und in, der burger gelaytte haben für si und für alle die der si gewaltig sint. Ez ist auch getaedingt, daz enhain usman, der uzzerhalp der stat ze Auspurch gesezzen ist, er si ritter oder kneht, edel oder unedel, swi er genant ist und swa er gesezzen ist, enhainen burger von Auspurch, er si rieh oder arm, noch ir liv/e/t, die uzzerhalp irre stat uf iren gu/o/ten gesezzen sint, umb swelher lay sache er hinz im ze sprechen und ze clagen haet, laden sol uf den landtak alle die wil der frid wert; und swer hinz in iht ze sprechen oder ze clagen haet, der sol zu/o/ in varen in ir stat und sol da von in ain reht nemen. Waer auch daz unser herre kunich Friderich, sin dinaer, sin liv/e/t oder sin helfaer mit heres kreften oder mit raysen iendert zogen wolten, da sulen si den burgern ze Auspurch und allem dem gedigen daz zu/o/ der stat ze Auspurch geho/e/rt keinen schaden tu/o/n, und sulen si uf iren gu/o/ten schirmen ane alle gefaerde die wil der frid wert. Geschaeh aber in daruber dehain schad, da sulen wir zu/o/ tu/o/n, als vor an disem brief geschriben ist. Daz der frid und diu taedinch also baidenthalb staet und unzerbrochen beliben, haben wir haizzen gemachet disen brief, versigelt und vervestent mit unserr vorgenanten, graf Chu/o/nrades von Kirchberch, graf Wilhelm von Montfort, graf Wolfrat von Veringen, Berhtolt von Aichein, Hainrich der Frauzz, Swigger von Mindelberch, Marquart von Schellenberch und Burchart von Elirbach phleger ze Burgaw und Dyepelt der Gusse von Liphain insigelen und mit der stet insigelen ze Ulme, ze Maemmingen, ze Kemptun und ze Buren. Ich Burchart von Elirbach, phleger ze Burgaw, gehaizz bi minen triuwen, daz ich mit allem vlizze dar nach werben sol ane gefaerde, daz der vorgenanten herren und stet aller insigel an disen brief gehangen werden; und waer daz daz der vorgenanten herren kainer von sinem ubelen willen sich dez setzen weit und sin insigel niht hie an henken weit, ir waer ainer oder me, daz sol disem brief noch disem fried niht schaden, und sol der frid und der brief und allez daz daran geschriben ist als staet und als vest und als gantz beliben gegen den selben herren und gen aller maenclich, als ob si iriu insigel daran gehangen haeten. (...)
Beglaubigungsmittel:Siegel
Aussteller:A1: Cu/o/nrat, Graf von Kirchberch (Kirchberg); A2: Wilhelm, Graf von Montfort, Landvogt in Oberschwaben; A3: Wolfrat, Graf von Veringen; A4: Berhtolt von Aichein; A5: Hainrich der Frazze; A6: Swigger von Mindelberch (Mindelberg); A7: Marquart von Schellenberch (Schellenberg); A8: Burkhart von Elirbach (Ellerbach), Pfleger zu Burgau; A9: Diepold der Gusse von Leipheim (Lkr. Günzburg); A10: Hainrich der Ammann und die Bürger zu Ulm (Baden-Württemberg); A11: Amann und die Bürger zu Memmingen; A12: Amann und die Bürger zu Kempten; A13: Amann und die Bürger zu Kaufbeuren
Siegler:S1 = A1; S2 = A2; S3 = A3; S4 = A4; S5 = A5; S6 = A6; S7 = A7; S8 = A8; S9 = A9; S10 = A10; S11 = A11; S12 = A12; S13 = A13
Ausstellungsort:Augsburg
Provenienz / Aktenbildner:?
Überlieferungsart:Ausfertigung
Sprache:Deutsch
Schrift:Lateinisch
Form der Ausfertigung:Handschrift
Trägermaterial:Pergament
Anzahl der Siegel:13
Fehlende Siegel:5

Angaben zu verwandtem Material

Veröffentlichungen:Originaltext nach Meyer UB I, S.212-216; Nr.252
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Eingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

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