Das Stadtarchiv

Das Stadtarchiv Augsburg ist die zentrale Anlaufstelle für die Augsburger Stadtgeschichtsforschung. Als Gedächtnis der Stadt und ihrer Verwaltung verwahrt das Archiv alle wichtigen amtlichen Unterlagen der heutigen Stadtverwaltung und ihrer Vorgänger. Diese Überlieferung (derzeit rund 18.000 laufende Regalmeter), die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, wird durch umfangreiche Sammlungen verschiedenster Art und Herkunft, die sich auf die Stadt Augsburg beziehen, ergänzt und kann im Lesesaal eingesehen werden.

Aufgaben des Stadtarchivs

Das Stadtarchiv Augsburg archiviert das Schriftgut aller Dienststellen der Stadtverwaltung Augsburg, aber auch von anderen Institutionen, Firmen, Vereinen oder Privatpersonen, die für die Geschichte der Stadt Augsburg bedeutsam sind. Darüber hinaus ergänzt es diese Überlieferung durch aktives Sammeln von Flyern, Broschüren, Fotos, Karten und Plänen und vielem mehr.

Die archivierten Unterlagen stehen allen interessierten Personen analog oder digital offen. Das Team des Stadtarchivs berät gerne und hilft bei Forschungsanliegen weiter. Dabei ist es egal, ob es wissenschaftliche oder heimatkundliche Themen sind, die eigene Familiengeschichte erforscht werden soll oder die Informationen für unterrichtliche oder journalistische Arbeiten benötigt werden.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sowie der historisch-politischen Bildungsarbeit bietet das Stadtarchiv mit seinem Jahresprogramm eine Vielzahl unterschiedlicher öffentlicher Veranstaltungen an. Einführungen in die Archivarbeit für Schulklassen und Universitätsseminare sind ebenfalls jederzeit möglich.

Das Stadtarchiv an seinem Standort Zur Kammgarnspinnerei 11.

Geschichte des Stadtarchivs
Das Archiv in der frühen Neuzeit

Mit dem im frühen 16. Jahrhundert einsetzenden humanistischen Interesse begannen die Bemühungen der Stadt Augsburg, ihr Archiv in einen geordneten Zustand zu bringen. Aus dem Jahr 1541 stammt der erste belegbare Auftrag an den Ratsdiener Clemens Jäger, die Archivalien zu ordnen. Die Kanzleiordnung des Stadtschreibers Georg Frölichs aus dem Jahr 1543 legte den Grundstein für die Entwicklung eines separaten Kanzleiarchivs, das sich bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zum Kern der Ratsüberlieferung und somit zur Keimzelle des städtischen Archivs entwickelte. Daneben fungierte insbesondere das „Stadtpflegergewölbe“ im Rathaus seit dem Ende des 16. Jahrhunderts als Auslesearchiv der Reichsstadt, in dem wichtige Dokumente verwahrt wurden.

Der Westfälische Friede brachte 1648 mit der paritätischen Besetzung städtischer Ämter nach Konfessionen auch eine Teilung des Registraturwesens, die bis 1806 andauerte: Neben dem gemeinsam verwalteten Gesamtarchiv, das die Urkunden und Amtsbücher der städtischen Registraturen verwahrte, wurden 1712 das Evangelische und 1757 das Katholische Wesensarchiv für die Akten des evangelischen bzw. katholischen Ratsteiles eingerichtet.

Nach der Mediatisierung der Reichsstadt Augsburg und ihrer Eingliederung in den bayerischen Staat 1806 wurde nicht das gesamte reichsstädtische Archiv, sondern nur ein Teil mit rechtserheblichen Urkunden, Amtsbüchern und Akten reichsstädtischer Provenienz an das damalige Reichsarchiv in München abgegeben. Heute befinden sich 1690 Urkunden und ca. 45 laufende Meter Akten und Amtsbücher im Staatsarchiv Augsburg, das für die an Bayern gefallenen Territorien und Institutionen des Schwäbischen Reichskreises und der österreichischen Vorlande zuständig ist.

Vom ersten eigenen Archivgebäude zum modernen Archivbau

Ab 1885 verfügte das Stadtarchiv Augsburg erstmals über ein eigenes Amtsgebäude, das im Gegensatz zu anderen ehemals reichsstädtischen Archiven umfangreiche und für die stadt- und landesgeschichtliche Forschung wertvolle Amtsbuch- und Aktenserien umfasste. Das Gebäude war vorher Teil der Lotzbeck'schen Tabakfabrik und befand sich am Rande des heutigen Standmarkts in der Fuggerstraße 12.

Aufgrund von Platzmangel sowie eines Schädlingsbefalls zog das Stadtarchiv in das Gebäude der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei. An diesem neuen Standort eröffnete es im Jahr 2016 und besitzt seitdem sowohl optimale Lagerungsbedingungen für das Archivgut als auch beste Forschungsbedingungen in seinem modernen Lesesaal.